Im vergangenen Dezember genehmigte der Zürcher Stadtrat ein von den Grünen vorgeschlagenes Pilotprojekt zur Einführung eines Menstruationsurlaubs für weibliche Angestellte der Zürcher Verwaltung. Diese in der Schweiz einmalige Maßnahme würde es Frauen mit „starker“ und „regelmäßiger“ Periode ermöglichen, zwischen einem und fünf Tagen frei zu nehmen und dabei weiterhin ihren Lohn zu beziehen.
Jana Theisen, eine 36-jährige Tierärztin, leidet an Endometriose, einer gynäkologischen Erkrankung mit starken Schmerzen. Sie könnte von dieser Maßnahme profitieren. „In den ersten Tagen habe ich so starke Schmerzen, dass meine Sicht verschwimmt. Mein Verstand erlaubt es mir nicht mehr, zu arbeiten“, berichtet sie. Diese Erkrankung, die fast 10 % der weiblichen Bevölkerung betrifft, ist in der Gesellschaft und in den Institutionen immer noch tabuisiert und wird unzureichend thematisiert.
Vorgestellt wurde das Projekt von den Grünen Sélina Walgis und Anna-Béatrice Schmaltz , die „Betroffene unterstützen und ihnen ermöglichen wollen, offen darüber zu sprechen.“ Allerdings stößt diese Idee nicht auf ungeteilte Zustimmung.
Trotz Kritik betonen die Befürworter des Zürcher Pilotprojekts zum Menstruationsurlaub, dass die Maßnahme notwendig sei, um Frauen mit schmerzhaften Perioden zu helfen. Laut Julian Metzler, Gynäkologe am Zürcher Spital, werde Endometriose in der Gesellschaft und in Institutionen immer noch zu oft ignoriert, obwohl sie für betroffene Frauen tatsächlich belastend sei. Er weist zudem darauf hin, dass Länder wie Spanien, Japan, Südkorea, Taiwan und Sambia bereits Menstruationsurlaubsgesetze verabschiedet hätten, um Frauen bei ihrer Arbeit zu unterstützen.
Das Zürcher Pilotprojekt befindet sich noch in der Entwicklung. Es bleibt abzuwarten, wie es umgesetzt wird und welchen Nutzen weibliche Arbeitnehmerinnen davon haben werden. Befürworter des Projekts hoffen, dass es Frauen ermöglicht, offen über ihre Menstruationsbeschwerden zu sprechen und die nötige Unterstützung zu erhalten, um weiterhin effektiv arbeiten zu können. Kritiker hingegen hoffen, dass das Projekt nicht dazu genutzt wird, Frauen zu stigmatisieren oder sie am Arbeitsplatz zu schutzlos zu machen.
Zusammenfassend lässt sich sagen , dass das Pilotprojekt der Stadt Zürich, das weiblichen Angestellten eine Ausnahmeregelung für ihre Menstruationsbehinderung gewährt, im Dezember vom Stadtrat genehmigt wurde. Diese Maßnahme soll Frauen mit Menstruationsschmerzen helfen und ihnen ermöglichen, zwischen 1 und 5 Tage frei zu nehmen und dabei weiterhin ihren Lohn zu beziehen. Obwohl dies für Frauen mit gynäkologischen Erkrankungen wie Endometriose ein wichtiger Fortschritt zu sein scheint, stößt das Projekt alles andere als auf Einigkeit. Einige argumentieren, es sei unnötig und könne sogar zu weiterer Stigmatisierung führen, während andere es als Rückschritt für die Rechte der Frauen betrachten. Es ist jedoch wichtig festzustellen, dass viele Länder auf der ganzen Welt bereits ähnliche Gesetze verabschiedet haben, die Frauen bei behindernden Schmerzen bezahlten oder unbezahlten Menstruationsurlaub ermöglichen. Es ist daher wichtig, dieses Thema weiter zu diskutieren und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die Frauen helfen, Gesundheit und Berufsleben in Einklang zu bringen.